Kathrin Gorlt
  Mein Weida
 


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Das ist meine Heimatstadt. Hier erfahrt Ihr einiges über diesen Ort und seine Geschichte.

Um das Jahr 100 dringen deutsche Siedler in das bis dahin vorwiegend von Slawen bewohnte Gebiet vor. Sie roden Wälder und betreiben Feldwirtschaft. Der deutsche Kaiser setzt Vögte (Ministeriale) als Verwalter seiner Herrschaftsgebiete ein.
Der erste Vogt Erkenbert I. kommt nach Veitsberg (Wünschendorf). Sein Sohn Erkenbert II. beginnt mit dem Bau der Altstadtburg, die etwa am Standort des Freihauses auf dem Wieden gestanden haben soll. In ihrem Schutz entsteht ein Marktflecken.

1122 wird Weida erstmals erwähnt. Die älteste Urkunde wird Dietrich I. von Naumburg zugeschrieben.

1163-1193 läßt der zweite Sohn des ersten Vogts, Heinrich I., genannt der Fromme, eine größere Burg bauen.
Wegen der günstigen strategischen Lage wählt er den der Altstadt gegenüberliegenden Bergsporn.
Zu Füßen der neuen Burganlage entsteht Weidas Neustadt.

1209 erhält Weida die Stadtrechte.

1267-1300 entstehen das Mönchskloster der Franziskaner in der Altstadt und das Nonnenkloster der Dominikanerinnen in der Neustadt.
Weida gewinnt zunehmend an Ansehen und wird Hauptstadt eines Reichslehens, das etwa ein Gebiet von Borna über Plauen, Eger (Cheb) bis ins Regnitzland (Oberfranken) umfasst.
Nach diesem Herrschaftsgebiet der Vögte wird das Land bis auf den heutigen Tag VOGTLAND genannt, dessen Wiege also in Weida steht.

Um 1400 umschließt eine Stadtmauer die besiedelte Fläche. Sie bekommt vier Tore. Das Zwickauer Tor, Aumaer Tor, Geraer Tor und das Katschtor.


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alter Stadtmauerturm


1406-1427 verliert Weida an Bedeutung, weil die Macht der Vögte durch kostspielige Kriege und Erbteilungen zerfällt, bis ihr Einfluss schließlich völlig erlischt. Weida geht nach und nach an die Wettiner über. Der Markgraf von Meißen, durch Silberbergbau im Erzgebirge reich geworden, erwirbt die Herrschaft Weida.

1430-1500 besuchen die neuen Herren Weida nur gelegentlich, Regierungszentrum ist es schon längst nicht mehr. Das Amt Weida wird von einem Amtshauptmann verwaltet. Die Burg ist Waffenlager, Silberkammer und Gefängnis.

1525 lässt Kurfürst Johann von Sachsen die Führer der aufständischen Bauern auf dem Kirchhof der Klosterkirche enthaupten.
Reformation und Bauernkrieg bewirken eine gesellschaftliche Neuordnung. Die Klostergüter werden aufgeteilt.

1600 leben in Weida etwa 1.750 Menschen. Handwerk und Gewerbe blühen. Tuch- und Zeugmacher, Töpfer, Gerber und Schuhmacher bessern ihren Lebensunterhalt mit den Erträgen ihrer Gärten und Felder auf, die vor den Stadttoren liegen. Weida ist eine typische Ackerbürgerstadt.

1633 gibt der kaiserliche General Wallenstein im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges Befehl zum Einfall in Sachsen. Das Holksche Reiterregiment erobert Weida am 9. August. Stadt und Burg werden geplündert und in Brand gesteckt.

1643 verwüsten schwedische Truppen die Stadt. Der Weidaer Ratsherr Pfretzschner vermittelt einen Waffenstillstand. Weida erhält einen Schutzbrief und einen Geldbetrag zum Wiederaufbau der Stadtkirche und der Lateinschule.

1644 wird die heute über 800 Jahre alte Eiche am Krähenholz aus Dankbarkeit "Schwedeneiche" genannt

Schwedeneiche

die Schwedeneiche


1670/71 entsteht die berühmte, aus einem einzigen Eichenstamm gefertigte Wendeltreppe, die sich in einem später abgerissenen Treppenturm am Neuen Schloss der Burganlage befand. Von ihrer Entstehung erzählt der Roman "Am Tage der Margaretae" von Paul Quensel.

1685-1688 wirkt Georg Samuel Dörffel als Superintendent in Weida. Er beobachtet Kometen und berechnet ihre Bahnen. Damit macht er sich einen Namen als Astronom.

Der Name Osterburg leitet sich von der Landschaftsbezeichnung Oster- oder Ostland ab.

1720 blühen Handwerk und Gewerbe auf.
Der Zeugmacher Johann Christian Lange erhält die Konzession zur Gründung einer "Königlich-churfürstlich-sächs. Schönfärberey und Fabrique". Diese Manufaktur entsteht in der heutigen Geraer Straße neben dem Pfeiferschen Haus. Damit begründete er die Textilindustrie die für Weida über Jahrhunderte Bedeutung hatte.

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alte Stadtansicht

1816 tritt Preußen das Gebiet an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach ab, in dem Weida bis 1918 verbleibt. Die Stadt hat 2.300 Einwohner.

1818 kommt die berühmte Wendeltreppe aus der Osterburg auf Geheiß des Landesherrn Großherzog Karl-August in den Bibliotheksturm der heutigen Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek nach Weimar.


1850-1900 entstehen alle wesentlichen Fabriken auf den Standorten der zahlreichen Mühlen. Gerbereien,Webereien und Färbereien machen Weida zur Industriestadt. Diese wächst über ihre Stadtgrenzen hinaus.


1884 ist der Oschütztal-Viadukt fertiggestellt. 99 Jahre lang rollen Züge über die eingleisige Pendelpfeilerbrücke.

1910 prägen Leder- und Schuhfabriken sowie Textilverarbeitungsbetriebe das Stadtbild. Der wirtschaftliche Aufschwung hält bis zum ersten Weltkrieg an. Schulen, Wohn- und Geschäftshäuser werden gebaut. Weida hat 7.362 Einwohner.

1914-1918 hat Weida im ersten Weltkrieg zahlreiche Opfer zu beklagen. Die wirtschaftliche Entwicklung stagniert.

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Blick auf den alten Pulverturm und die Widenkirche

1917 stirbt die Ehefrau des letzten Türmers. Da er selbst erblindet ist, kann er seinen Dienst nicht mehr versehen und zieht aus der bis dahin ständig bewohnten Türmerstube aus.

1922 wird die bis dahin selbständige Gemeinde Liebsdorf nach Weida eingemeindet. Damit steigt die Einwohnerzahl auf über 9.000 an.

1945 übersteht die Stadt den Krieg ohne nennenswerte Zerstörungen. In den letzten Kriegstagen besetzen amerikanische Truppen die Stadt. Sie beschießen den Bergfried der Osterburg und beschädigen die Turmspitze. Weida wird mit dem Land Thüringen der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet.

1952 wird durch die Verwaltungsreform das Land Thüringen aufgelöst. Weida gehört nun zum Bezirk Gera.

1955 und in den Jahren danach kommen weitere Produktionsstätten und Betriebe nach Weida, mit dem Bau der ersten Wohnhäuser wird begonnen.
Die Stadt verändert sich zum Nachteil des architektonischen und landschaftlichen Gesamtensembles, die wertvolle Altbausubstanz verfällt.

1972 beginnt die AWG mit dem Bau der ersten Neubaublöcke in der Straße der Frohen Zukunft. Mit ihrer Fertigstellung wächst die Einwohnerzahl deutlich über 10.000.

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1989 beteiligen sich Weidaer Bürgerinnen und Bürger an den Demonstrationen gegen das SED-Regime in Leipzig und Gera. Damit wurde die politische Wende eingeleitet.

1990 gehört Weida zum wiedergegründeten Land Thüringen und ab 3. Oktober zur Bundesrepublik Deutschland. Die industrielle Produktion geht fast völlig zurück. Arbeitslosigkeit ist die Folge.
Die Einwohnerzahl sinkt unter 10.000, weil viele Bewohner in die alten Bundesländer umziehen.
Die Telefonnetzerweiterung, Straßenerneuerung, Erschließung von Gewerbeflächen und die Sanierung historischer Bauwerke werden begonnen.


Weida schließt mit der Stadt Neu-Isenburg eine Städtepartnerschaftsvertrag.

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1992 wird das ehemalige Verlies der Osterburg zu einer "Galerie im Turm" umgebaut.
Mit finanzieller Unterstützung durch die Behörden der Denkmalpflege wird die Restaurierung jahrhunderte alter Bausubstanz möglich.

1993 feiern die Weidaer vom 1. bis 4. Juli ein großes Fest. Die Osterburg wird 800 Jahre alt.
Weidas Wirtschaft ist mittelständig strukturiert. Zahlreiche Handwerksbetriebe und Handelseinrichtungen entstehen oder werden erweitert.

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1995 entsteht die erste neue Eigenheimsiedlung am Forstweg. Am 21. August ist Baubeginn für die Ortsumgehung der Bundesstraße B 175. Ein mächtiges Brückenbauwerk und ein neuer Straßentunnel werden begonnen. Eine neue Abwasserkläranlage geht in Betrieb. Der Stadtrat beschließt ein förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet "Weida-Innenstadt"

Seit Mitte des Jahres gehört die Osterburg zum Eigentum der Stadt Weida. Der Balkensaal im Alten Schloss wird fertiggestellt und die Türrmerstube im Bergfried nach der Renovierung wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein neuer Feuerwehrstützpunkt wird seiner Bestimmung übergeben. Die Widenkirche erhält eine neue Turmeindeckung und -bekrönung.
Im Rathaus entsteht in einem historischen Kreuzgewölbe ein neues Trauzimmer.

1997 werden zwei weitere Städtepartnerschaftsverträge unterzeichnet. Weida ist nun mit der großen Kreisstadt Calw im Schwarzwald (Baden-Würtetemberg) und der ungarischen Stadt Mezötùr freundschaftlich verbunden.

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Calw Mezötùr


Im Aumatal wird das alte Freibad aus dem Jahr 1924 abgerissen.

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altes Sommerbad um 1944

2000 Etwa zwei Drittel des kommunalen Wohnungsbestandes sind modernisiert.

2001 steht der Standort für das Freibad fest. Es wird in Weida-Liebsdorf gebaut.

2003 1. Mai Eröffnung des neuen Freibades.

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Hier noch einige Bilder der Stadt


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Bürgermeister Werner Beyer


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Rathaus


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Peterskirche

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Stadtkirche


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Eisenhammer


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Blick zur Aumatalspere


So, bei meinen letzten Besuchen in Weida, sind ein paar aktuelle Bilder entstanden.


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Diese Weg führt über den Hain nach Gräfenbrück.

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